Elternsein ist wirklich eine der komplexesten Aufgaben, die es gibt: So viele Entscheidungen, so viele Faktoren, die wir berücksichtigen müssen – die Welt um uns herum scheint immer komplizierter zu werden und wir sind uns heute viel mehr darüber im Klaren, was Strafen, Schreien & Co. bei unseren Kindern anrichten können. Dementsprechend steigt logischerweise aber auch der Anspruch an uns selbst, gute Eltern sein zu wollen!
Gleichzeitig steigt der Druck auf uns Familien immens,
sei es durch knappe Ressourcen oder die hohen Erwartungen, die wir unbewusst übernehmen. Sogar einfache Dinge wie der Kauf von Spielsachen, Computern & Co. werden oft zur Herausforderung, weil wir uns durch unzählige Optionen kämpfen müssen, bevor wir eine Entscheidung treffen können.
Und dann die Frage nach den Medien – ein Thema, das kaum komplexer sein könnte. Medien sind aus unserem Alltag und dem unserer Kinder kaum mehr wegzudenken, sei es in der Schule oder zu Hause. Doch wie viel ist zu viel? Wo ziehen wir die Grenze? Und wie beeinflusst das alles die Bindung zu unseren Kindern? All das sind Themen, die wichtig sind, und bei denen ich Familien unterstütze, den für sie passenden Weg zu finden.
Doch eins steht fest:
Wenn wir die Bindung in den Vordergrund stellen – und das gilt nicht nur für Eltern, sondern auch für Großeltern, Erzieher oder Lehrerinnen – schaffen wir eine solide Basis für alle weiteren Entscheidungen, die wir als gute Eltern bewusst, liebevoll, aber auch mit Klarheit treffen.
Bitte nicht falsch verstehen: Bindung bedeutet nicht, immer „Ja“ zu sagen und keine Grenzen zu setzen!
Doch wenn die Verbindung an erster Stelle steht, verändert sich unsere gesamte Kommunikation mit unseren Kindern – sei es durch Worte, Mimik oder Körpersprache. Dieses unsichtbare „Bindungsband” zwischen uns und unseren Kindern schafft eine Sicherheit, die unbezahlbar ist. Auf dieser Basis können wir ihnen ermöglichen, die Welt zu entdecken und ihnen den nötigen Halt geben, den sie dafür brauchen.
Die Lehrerin eines meiner Kinder hat es heute so schön ausgedrückt: „Wir Erwachsenen sind wie Steigbügel für die Kinder.“ Wir bieten ihnen Halt und helfen ihnen, ins Leben hineinzuwachsen. Wir dürfen ihnen aufs „Pferd“ helfen, sodass sie die Welt erkunden können – und wir können uns bemühen, diesen Steigbügel so stabil und verlässlich wie möglich zu machen.
Gute Elternschaft bedeutet also NICHT, perfekt zu sein, sondern die Bereitschaft, unser Kind stärken zu wollen – und dabei nicht zu vergessen, dass auch wir gut auf uns selbst achten müssen.
Hier ein paar Gedanken, die dir dabei helfen können, für dein Kind ein sicherer Anker zu sein, und damit am ehesten dem zu entsprechen, was man am ehesten als „gute Eltern“ bezeichnen könnte:
- Mitgefühl: Deine Fähigkeit, dich hinein zu versetzen und mitzuempfinden hilft dir dabei, dich liebevoll um dein Kind kümmern zu können. Auch wenn du vielleicht selbst nicht immer alles bekommen hast, was du gebraucht hättest, unterstützt dich dein Mitgefühl dabei, die Bedürfnisse deiner Kinder ernstzunehmen und ihnen das auch zu vermitteln.
- Verantwortung übernehmen: Wenn du dich als diejenige Person wahrnimmst, die die Beziehung zu deinem Kind aktiv gestaltet und schützt, wird dein Kind das spüren. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, deinem Kind zu zeigen, dass du am Ende des Tages der unerschütterliche Rückhalt bist – unabhängig davon, wer „angefangen” hat und wie gekränkt oder verletzt du dich dabei vielleicht fühlst.
- Flexibel bleiben: Eltern zu sein ist eine ständige Herausforderung, bei der nicht immer alles nach Plan läuft und sich einfach immer irgendwelche Faktoren ändern. Kennst du das Gefühl, wenn du denkst: „Wir kommen irgendwie von einer Phase in die nächste – gibt es da auch mal Zeiten dazwischen?”
Wenn du bereit bist, immer mal wieder zu überdenken, zu hinterfragen und ggf. auch zu ändern, wenn etwas nicht funktioniert, ist es leichter, Lösungen zu finden, die für euch als gesamte Familie passen.
- Emotionale Stärke entwickeln: Es ist nicht immer einfach, mit dem eigenen Frust oder den eigenen Sorgen und Ängsten konstruktiv umzugehen – besonders wenn das Kind ebenfalls stark reagiert. Aber wenn du es schaffst, immer häufiger in schwierigen Momenten möglichst reguliert zu bleiben, kannst du deinem Kind dabei assistieren, mit überkochenden Gefühlen besser umzugehen. Das ist übrigens das Kernthema meines Fahrplans, in dem du Schritt für Schritt lernst, dein Kind konstruktiv und in Verbindung bleibend zu begleiten, Gefühle zu verarbeiten und dabei zu unterstützen, Lösungen zu finden.
- Ein Netzwerk aufbauen: Niemand kann diese Reise allein machen. Es ist wichtig, ein Netzwerk von Menschen um dich und dein Kind herum aufzubauen – sei es durch die Unterstützung von Lehrern, Erziehern oder anderen Erwachsenen, die helfen können, dein Kind auf seinem oder ihrem Weg zu begleiten.
- Mit widersprüchlichen Gefühlen umgehen: Entscheidungen sind selten schwarz oder weiß – erst recht nicht als Eltern. Nicht selten ringen wir dabei mit widersprüchlichen Gefühlen, bevor wir einen Entschluss fassen können. Nimm dir die Zeit, verschiedene Perspektiven abzuwägen oder dich mit anderen Menschen auszutauschen, die deine Situation verstehen können.
- Schuldgefühlen konstruktiv händeln: Kein Elternteil ist frei von Schuldgefühlen. Aber es ist wichtig zu erkennen, dass diese Gefühle (innerhalb eines gewissen Rahmens!) ein normaler Teil des Elternseins sind. Der Austausch mit anderen Eltern und Nachsicht mit dir selbst sind deutlich unterschätzte Faktoren für innere Stärke als Eltern und weniger Frust gegenüber unseren Kindern. (Wie du eure Bindung und eure Familie stärkst, und vieles, vieles mehr, ist neben vielem Anderen Teil von Family Flow.
Was macht also „gute“ Eltern aus?
“Gute” Elternschaft ist keine Aufführung und kein Skript, dem man blind folgen könnte. Was dich aus meiner Sicht zu einem guten Elternteil (Erzieher, Lehrerin, Großeltern) macht – ob fürs Kleinkind oder für Teenager – , ist vor allem, wer du für deine Kinder bist:
Sei ihr Rückhalt, ihr Trost und diejenige, die immer wieder den ersten Schritt auf sie zugeht. Dein Kind soll wissen, dass du der sichere Hafen bist. Und by the way: Auch der beste Hafen hat Baustellen und muss den ein oder anderen Sturm überstehen.
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