Du machst und machst, aber es fühlt einfach nur alles anstrengend an.
Du bist gereizt, ungeduldig oder einfach nur müde und erschöpft. Nicht nur körperlich, sondern irgendwie… insgesamt.
Du tust, was getan werden muss.
Aber es kostet mehr Kraft als dir lieb ist.
Wenn du dich hier wiedererkennst, dann bist du nicht allein.
Drei Arten von Erschöpfung – und was dir heute gut tun könnte
Wenn wir lange viel geben, wenig auftanken und keine echten Pausen machen und immer weiter funktionieren, sendet unser Körper Signale. Nicht um uns zu ärgern, sondern um uns zu schützen.
Hier sind drei Bereiche, in denen sich Erschöpfung oft zeigt und kleine Schritte, die dir helfen können, wieder ein bisschen mehr bei dir anzukommen:
1.) Innerliche Anspannung
Manchmal sind es einfach zu viele Eindrücke, Anforderungen, Gefühle auf einmal da und irgendwie schnürt es sich innerlich immer mehr zu.
In der friedvollen Elternschaft sprechen wir vom Gefühle-Rucksack, der sich Tag für Tag füllt. Wird er zu voll und quillt über, reagieren wir gereizt – oder ziehen uns komplett zurück, werden abweisend.
Was dir helfen kann:
Gib deinem Körper ein Zeichen, dass er loslassen darf. Vielleicht magst du:
- ein paar Minuten tanzen oder dich bewegen
- 20 Sekunden alle Muskeln anspannen und dann bewusst loslassen
- tief atmen (z.B. 4 Sekunden ein, 6 aus)
- mit jemandem reden oder lachen (einen gute Comedy Show ist auch eine super Sache)
- kreative Mini-Pause machen ohne irgendwelche Ansprüche, z.B. Journaling oder einfach drauflos Schreiben, Singen (und wenns im Auto mitgrölen ist.;)), Sketchnotes, Malen (ein paar kostenfreie Coloring-Vorlagen findest du übrigens auch in den Infos-Guides meiner Facebook-Gruppe)…
- weinen, wenn es kommen mag – das ist nicht nur okay, sondern tut wirklich richtig, richtig gut 😊
2.) Wenn deine Kraft knapp ist
Die Kraft, um noch Geduld zu haben, fehlt einfach immer mehr. Das ist kein Zeichen, dass du versagst, sondern einfach ein Hinweis, dass du gerade selbst etwas brauchst.
Was dir helfen kann:
Denk bewusst zwischendurch an dich. Nicht erst, wenn alles erledigt ist. Stelle dir im Zweifelsfall einen Alarm am Handy ein.
- Gönn dir kleine echte Pausen – nicht am Handy, sondern zum Durchatmen. Und wenn du ins Bad gehst.;)
- Mach’s dir einfach, wo es geht – Tiefkühlgemüse statt Schnippeln, für richtig harte Tage oder Phasen Pappteller (ich bin all into Nachhaltigkeit, aber es hilft nichts, wenn du am Ende nicht mehr für deine Kinder da sein kannst…)
- Frag dich regelmäßig: Was würde mir gerade guttun? Und dann kümmere dich für 5 Minuten darum (und wenns nur 2 Minuten sind…)?
- Und wenn eine kritische Stimme kommt: Du brauchst Kraft, und Kraft kommt nur, wenn du deinen Tank fühlst. Und darum kümmerst du dich und darauf kann diese innere Stimme vertrauen.
3.) Wenn du wenig Antrieb hast à la “bringt ja eh alles nichts”
Es gibt Tage, da ist die Motivation einfach im Keller. Alles dauert länger, fühlt sich mühsam an. Du schaffst es nicht, deinen Werten zu entsprechen, die Kinder kooperieren so gar nichts, alles schaukelt sich auf…
Das ist okay, diese Tage haben wir alle mal.
Was dir helfen kann:
Such dir eine Kleinigkeit, bei der du einen Unterschied machen kannst im Sinne von “man sieht schnell einen Effekt.”
- 10 Minuten frische Luft (macht je nach Wetter schnell den Kopf frei)
- Eine Schublade, eine Ecke, eine Fensterbank aufräumen
- Etwas Nettes für dich machen – Musik hören, barfuß laufen, ein warmes Getränk trinken
- Überleg: Wem könntest du gerade eine kleine Freude machen, einen Unterschied machen, auch wenn’s dir klein vorkommt? Meistens hellt es unsere eigene Stimmung auf, wenn wir eine Kleinigkeit für jemanden machen können (wirklich nur was Kleines, was keinen Stress macht, z.B. ein paar Gänseblümchen für dein Kind pflücken; dich zu deinem Kind setzen und dir zeigen lassen, was es gerade macht…)
Was beim Thema ‚Erschöpfung‘ kaum jemand erwähnt
Alle diese Aspekte sind wichtig und wertvoll!
Aber: Sie helfen natürlich nur zu einem gewissen Grad, wenn du dich ansonsten einfach viel zu häufig lost fühlst und du nicht an den Ursachen deiner Erschöpfung arbeitest.
Denn dass du in die innerliche Anspannung kommst, deine Kraft knapp ist und du manchmal wenig Motivation hast, liegt oft beispielsweise daran, dass du deine Bedürfnisse bzw. zu viele deiner Bedürfnisse zu lange oder zu sehr vernachlässigt hast: Das fängt bei vernünftiger Ernährung und ausreichend Schlaf an, geht mit Zugehörigkeit und Wertschätzung weiter und beinhaltet auch so wichtige Dinge wie Selbstbestimmung, Sinn und Bedeutung und Wachstum, Entwicklung, Selbstverwirklichung.
Kümmerst du dich aber viel zu lange nicht um deine Bedürfnisse, ist es kein Wunder, wenn du früher oder später mehr und mehr den Kontakt zu dir selbst (fast) verloren hast und kaum mehr spürst, was in dir los ist und was du brauchst, um eben nicht mehr andauernd angespannt zu sein etc.
In gewisser Weise ein sich selbst erhaltender Negativ-Kreislauf.:(
Und auf all das noch oben drauf
kommt dann bei Vielen noch die Herausforderung, sich im Umgang mit den eigenen Kindern häufig lost und überfordert zu fühlen: Denn woher nehmen, wenn man selbst keine geeigneten Vorbilder hatte…
Oder aber vielleicht jetzt ein Kind mit besonderen Herausforderungen wie bspw. Neurodivergenz wie ADHS, Autismus oder PDA hat, mit denen in deinem Umfeld einfach niemand Erfahrung hat, aber dafür umso mehr abwertende Kommentare.
Das heißt, wenn du erschöpft bist,
ist es nicht nur wichtig, deine Ressourcen zu stärken, sondern auch dafür zu sorgen, dass deine Ressourcen nicht die ganze Zeit einfach nur aus allen Löchern davon schwimmen.
Deswegen hier 3 konkrete Schritte für dich…
- mach dir bei nächster Gelegenheit (gern gleich nach dem Lesen) eine Liste: Was ist dir alles zu viel. Welche Bedürfnisse liegen komplett brach. Und
- schaue dann nach der einfachsten Sache, die du beeinflussen kannst und kümmere dich darum.
Zum Beispiel:
> Du hast nächste Woche jeden Tag einen Termin. Sage einen jetzt ab oder verschiebe ihn.
> Deine Ernährung fühlt sich nicht gut an, weil du immer nur die eingeschränkte Auswahl kochst, die deine Familie akzeptiert. Dann koche vielleicht in der nächsten Woche die eingeschränkte Auswahl in doppelter Menge vor, friere die eine Hälfte ein und dann taust du die Portion für den Rest der Familie auf und kochst dir selbst etwas für dich Leckeres und Nahrhaftes, was dann eben du genießt. - schaue nach den Dingen, die du (noch) nicht so gut hinbekommst und bei denen du vielleicht noch etwas dazu lernen müsstest. Ordne sie nach Priorität und suche dir dann die Unterstützung dafür, die du brauchst. Für das Thema Familie und Kinder kannst du gern hier auf dem Blog noch weiter stöbern, bspw. hier. Oder du buchst einen kostenfreies, komplett unverbindliches Kennenlern-Gespräch, bei dem wir schauen, ob und wie ich dir ganz konkret die Unterstützung geben kann, die du tatsächlich brauchst. Ich sage da auch durchaus, wenn ich den Eindruck habe, dass es nicht passt.
Wenn du magst, komm auch gern in meine Facebook-Gruppe und berichte mal von deinen Schwierigkeiten, Gedanken, Listen, frage nach Inspirationen oder gib anderen Inspiration…
Du musst nicht alles allein schaffen.
Und du darfst sanft mit dir sein, auch wenn du dir das schon vor langem „ausgetrieben“ hast (oder es dir ausgetrieben wurde…). Du kannst es jederzeit wieder neu lernen.🥰
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